
Liebster Gott, erbarme dich
Sonntag, 8. November 2026
Evangelisch St. Ulrich Augsburg
Geistliche Musik von J. S. Bach und Melchior Gletle
Besetzung
Bach Collegium Augsburg
Veronika Skuplik – Violine I
Felicia Graf – Violine II
Lothar Haass – Viola
Martin Jantzen – Violoncello
Rüdiger Kurz – Violone
Xenia Löffler – Oboe I
Johanna Boehm – Oboe II
Michael Wersin – Orgel & Leitung
Zum Konzert
Im Jahre 2024 haben Stefan Steinemann (Augsburger Domkapellmeister) und Michael Wersin (u. a. künstlerischer Leiter des Festivals „Alte Musik St.Gallen“) das Bach Collegium Augsburg gegründet mit dem Ziel, die geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs in vorbildlicher Weise nach den Gesichtspunkten der „historisch informierten Aufführungspraxis“ zusammen mit renommierten Künstlerkolleginnen und -kollegen in Augsburg aufzuführen und damit das Augsburger Kulturleben um einen Aspekt zu bereichern, der bisher hier nicht fest verankert ist. Bachs Kantaten werden in unseren Konzerten außerdem jeweils zu der Musik von Zeitgenossen oder Vorläufern von J. S. Bach in Beziehung gebracht mit dem Ziel, die als monolithisch empfundene Größe des Thomaskantors in einem erweiterten Kontext geistlicher Kompositionskunst der Barockzeit in einem differenzierteren Licht zur Geltung zu bringen. Für das Jahr 2026 haben wir in Augsburg ein Konzert am Sonntag, den 8. November, in Evangelisch St. Ulrich geplant. Erneut konnten wir eine hervorragende Vokalsolisten-Besetzung gewinnen: Es singen Miriam Feuersinger (Sopran), Stefan Steinemann (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Matthias Helm (Bass). Als Konzertmeisterin konnten wir die renommierte Violinistin Veronika Skuplik gewinnen, als erste Oboe spielt erneut die bekannten Oboistin Xenia Löffler. Die Leitung hat Michael Wersin. Im Zentrum wird 2026 die Bachkantate „Siehe zu, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei“ (BWV 179) stehen. Wir kombinieren sie mit einer der sogenannten „lutherischen Kurzmessen“ von Bach, derjenigen in g-Moll (BWV 235). Für seine Kyrie-Gloria-Messen, die in den 1730er Jahren entstanden sind, bearbeitete Bach Sätze aus eigenen Kantaten. Dieses „Parodieverfahren“ wurde lange Zeit als wenig kreativ bewertet; erst die genauere Untersuchung der so entstandenen neuen Werke auch unter musikalisch-theologischen Gesichtspunkten offenbarte, dass Bach auf diesem Wege seine eigenen Kompositionen oft noch maßgeblich optimiert und überhaupt auch sehr intelligent und textbezogen für die Wiederverwendung ausgewählt hat. Auch die Kantate BWV 179, die zu unserem diesjährigen Konzertprogramm, wurde teilweise für die Gruppe der lutherischen Kurzmessen parodiert. Diese Kantate beginnt mit einem motettischen Satz, der Bachs profunde Kenntnis der älteren Kompositionstechnik der Spätrenaissance belegt, und erfährt ihren Höhepunkt in einer großen Sopranarie von höchster Expressivität, die titelgebend für unser Konzert ist. Wie auch in den vergangenen Jahren wollen wir auch eine Persönlichkeit des Augsburger Musiklebens würdigen. Die ist Melchior Gletle, geboren 1626 im schweizerischen Bremgarten und ab 1651 bis zu seinem Tod 1683 Domorganist und Domkapellmeister in Augsburg. Er ist mit Blick auf sein Geburtsjahr ein prominenter Jubilar des Jahres 2026. Seite an Seite mit Johann Sebastian Bach wird er dementsprechend in unserem Programm eine wichtige Rolle spielen und somit einen direkten Bezug zum historischen Augsburger Musikleben schaffen. Festhalten wollen wir im Übrigen auch an der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der KEB festhalten (geplant ist wieder ein Einführungsvortrag am Freitag, 6. November 2026, um 19.30 im Haus St. Ulrich), und wir werden in Zusammenarbeit mit den Augsburger Domsingknaben und dem Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß auch weiterhin intensiv darum bemüht sein, ein jüngeres Konzertpublikum einzubeziehen. Für unsere Arbeit, die in diesem Sinne mithilfe hohen ehrenamtlichen Engagements der Vereinsvorsitzenden einzigartige Musik zum Live-Erlebnis in Augsburg macht, bitten wir sehr herzlich um Unterstützung. Nur mit öffentlicher und privater Förderung können wir unsere Projekte auf dem intendierten hohen Niveau planen und durchführen.
Unsere Sponsoren















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